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12. Mai 2021

Interview-Reihe „5 Fragen an…“:
Simon Stadler von Polarstern GmbH

Im Rahmen unserer neuen Interviewreihe „5 Fragen an…“ möchten wir Ihnen einen Einblick in die digitale Kommunikation bei Unternehmen geben und befragen dazu deren Experten. Auf diesem Weg erhalten Sie Hintergründe zu konkreten Projekten und hilfreiche Tipps, die sich gegebenenfalls auch auf Ihr Geschäft übertragen lassen.

 

Digitalisierung im Energiesektor – Fluch und Segen zugleich? Wo hilft die Digitalisierung auf dem Weg in eine nachhaltige, klimaneutrale Energieversorgung und wo ist sie ein Brandbeschleuniger?

Ein Gespräch mit Simon Stadler, Geschäftsführer der Polarstern GmbH

 

Die Polarstern GmbH ist ein deutschlandweit tätiger Ökoenergieversorger mit Sitz in München. Das Unternehmen wurde 2011 von Jakob Assmann, Florian Henle und Simon Stadler gegründet. Als Social Business und Mitglied der Gemeinwohl-Ökonomie steht bei Polarstern der Beitrag zur Energiewende im Mittelpunkt des Handelns. Und so initiiert und fördert Polarstern auch Energiewendeinitiativen in Ländern des Globalen Südens, wie z.B. den Bau von Mikro-Biogasanlagen in Kambodscha, mit denen Familien vor Ort ihre Energie ganz einfach selbst erzeugen können.

Die Polarstern GmbH feiert in diesem Jahr 10-jähriges Jubiläum – höchste Zeit für ein Interview mit dem Mitbegründer und Geschäftsführer Simon Stadler zu führen.

 

Frage 1: Simon, vor 10 Jahren hast Du die Polarstern GmbH in München mitgegründet und heute seid ihr ein mehrfach ausgezeichnetes Unternehmen. So wurde Polarstern z.B. in diesem Jahr zum vierten Mal in Folge als „Innovativstes Unternehmen in Deutschland“ ausgezeichnet. Was tut ihr, um Innovation im Unternehmen zu fördern?

Simo Stadler: Wir wirtschaften anders. Unsere innovative Kraft ist tief in unserer Unternehmensführung und -kultur verankert. Im Mittelpunkt unseres Wirtschaftens steht der Impact, die Wirkung für die Energiewende und den Klimaschutz. Wir sind nicht Shareholder-getrieben, müssen keine überhöhten Renditeziele erfüllen und können uns so vielmehr auf den gesellschaftlichen Mehrwert konzentrieren. Natürlich muss es sich am Ende auch rechnen, schließlich sind wir ein Social Business, aber eben nicht kurzfristig bilanzgetrieben. Wir haben also die Chance, über einen längeren Zeitraum hinaus zu denken und zu planen, das beflügelt die Innovationskraft unserer Mitarbeiter:innen.

Frage 2: Die Digitalisierung kann Fluch und Segen zugleich sein. Auf der einen Seite helfen digitale, innovative Produkte dabei, Energieressourcen zu schonen und den Klimawandel voranzutreiben – Stichwort „Smart Building“, „Smart Mobility“, „Smart Technology“, „Smart Energy“. Auf der anderen Seite steigt der Stromverbrauch durch die zunehmende Nutzung digitaler Güter enorm. Wie können Unternehmen die Umwelt entlasten, ohne dabei im Geschäftsalltag auf zu viel zu verzichten – und welche wichtige Rolle übernimmt Ökostrom dabei?

Simon Stadler: Angesichts der aktuellen Diskussion rund um die Klimaneutralität – die auch viele Unternehmen als ihr großes Ziel ausrufen – ist es mir wichtig zu betonen, dass das Kompensieren von verursachten Emissionen nur die letzte Lösung ist. Zuerst sollte man alles tun, weniger Energie zu verbrauchen (Stichwort Effizienz) und die benötigte Energie mit erneuerbaren Ressourcen wie Ökostrom zu decken. Und nur was dann noch „übrigbleibt“, sollte kompensiert werden. Wir müssen an den Ursachen des Klimawandels ansetzen, unserem Ressourcenverbrauch, und nicht nur die Folgen bekämpfen.

Smarte Technologien können uns dabei unterstützen, etwa Energie zu sparen und effizient einzusetzen. Aber nur, wenn man sie gezielt auch dazu nutzt. Genauso wie man die Geräte und Technologien bewusst einsetzen muss, gilt es die Anbieter bewusst zu wählen. Wie wirtschaften sie? Welche Lieferanten und Rechenzentren nutzen sie? Nachhaltigkeit in der Lieferkette muss in den Fokus rücken, darum geht es ja auch aktuell beim Lieferkettengesetz.

Frage 3: Euer Unternehmen hat von Anfang an auch soziale Aspekte im Fokus als ein Kernelement Eures Schaffens. Welche Punkte sind euch dabei wichtig und habt ihr Tipps, wie Unternehmen ihren Teil zur Gemeinwohl-Ökonomie beitragen können?

Simon Stadler: Die Wirtschaft ist für die Menschen da – nicht umgekehrt. Wer sich das bewusst macht, der hinterfragt automatisch sein Handeln und das seiner Firma nach dem sozialen Mehrwert. Wir müssen uns trauen als Unternehmen nachhaltige Veränderungen nicht nur auf Produktebene zu beziehen und voranzubringen, sondern grundlegender anzusetzen, an unserem Wirtschaften. Das ist auch langfristig nachhaltiger und trägt rundum zum Gemeinwohl bei.

Genauso wichtig ist es, sich regelmäßig extern an gemeinwohlorientierten Werten zu messen. So stößt man auf Aspekte, wo man selbst nachhaltiger werden kann und muss. Das muss am besten nach einem klaren Regelwerk erfolgen und extern bewertet werden. Zu groß ist ansonsten die Gefahr, dass am Ende eine bloße Imagebroschüre dabei herauskommt. Zum Glück gibt’s hier auf EU-Ebene aktuell Bestrebungen, dies stärker zu verankern und mehr Unternehmen in eine solche Berichtspflicht zu nehmen.

Frage 4: Welche Kanäle nutzt ihr für digitale Kommunikation und welche Rolle räumt ihr der digitalen Kommunikation im Allgemeinen ein?

Simon Stadler: Wir nutzen mit Facebook, Instagram, Pinterest und Youtube bis hin zu Twitter und LinkedIn und natürlich Newsletter und Webseite alle möglichen Kanäle. Die Wege unterstützen uns im effizienten Einsatz unserer Ressourcen – da arbeiten wir stark analytisch über alle Kanäle hinweg. Und je digitaler wir sind, umso besser können wir die Kanäle integriert, in ihrem Zusammenspiel betrachten.

Für uns sind aber auch zum Beispiel speziell die sozialen Kanäle sehr wichtig, weil sie uns die Chance geben, eine besondere Nähe zu unseren (potenziellen) Kund:innen und Partner:innen aufzubauen. Uns in unserem Tun zu begleiten und sie zu inspirieren und zu motivieren – und uns gegenseitig zu (be)stärken. Diese Verbundenheit übt eine starke Kraft aus – auch für uns in Sachen Kundenakquise. Persönliche Weiterempfehlungen sind unser stärkster Kanal.

Frage 5: Welche digitalen Entwicklungen und technologischen Produkte spielen bei Polarstern eine wichtige Rolle und wie bleibst du persönlich auf dem Laufenden zu aktuellen Trends in diesem Bereich?

Simon Stadler: Oh, da gibt es ganz viele kleine digitale Entwicklungen und neue Tools für den Alltag im Kundenservice und in der Kundenkommunikation bis hin zu integrierten, vernetzten, sektorenübergreifenden Versorgungslösungen mit dezentralen Erzeugungsanlagen. Wir sind sehr entdeckungsfreudig und probieren gerne Dinge aus. Wir integrieren hierbei gerne bestehende Lösungen und ergänzen sie dort um Eigenentwicklungen, wo es noch hinkt. Es geht darum, effizient das voranbringen, was es noch nicht gibt. Nicht darum, das Rad immer wieder neu zu erfinden. Hier auf dem Laufenden zu bleiben, ist bei Polarstern nicht schwer: Wir tauschen uns teamübergreifend regelmäßig im Großteam und in kleineren, schnittstellenübergreifenden Projektteams aus – und eine gesunde Portion Neugierde gehört selbst natürlich auch dazu.


Bildquelle: Simon Stadler

 

Simon Stadler –
Geschäftsführer Polarstern GmbH

Simon Stadler ist Gründer und Geschäftsführer der Polarstern GmbH, dem Pionier für richtungsweisende Energieprodukte einer nachhaltigen Energiezukunft. Dort verantwortet er die Bereiche IT, Organisation, Mitarbeiterende und Kundenservice.

Mit Energie die Welt verändern, das treibt ihn an und lässt ihn mit seinem Team bei Polarstern immer wieder Impulse im Markt setzen; ob als erster Energieversorger mit Ökogas aus komplett organischen Reststoffen, mit ersten Modellen zur dezentralen Energieversorgung oder mit einem mehrfach ausgezeichneten Kundenservice.

Auch bei der Unternehmensführung als Social Business ist Polarstern ein Pionier unter den Energieversorgern. Simon Stadler treibt dabei eine neue, nachhaltige Form des Wirtschaftens ganzheitlich voran. So ist Polarstern der erste Energieversorger mit einer Gemeinwohl-Bilanz (3x bilanziert). Und Simon seid 2018 im Vorstand des Gemeinwohlökonomie Bayern e.V.

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